März
Der März-Blog von Christoph Thoma
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Multikulti für gescheitert erklärt. Im Gegenzug hat der deutsche Bundespräsident Christian Wulff erklärt, dass „der Islam Teil der deutschen Gesellschaft geworden ist“. Eine Realität, der wir uns zu stellen haben, auch wenn die Politik das möglicherweise missinterpretiert.
Die Grazer Spielstätten versuchen gezielt neue Wege zu beschreiten, sei es im Hinterfragen des eigenen Tuns oder im Implementieren von neuen Formaten, etwa in Form partizipativer Kunstprojekte. Im vergangenen Jahr konnte ein kreatives Kunstprojekt mit Tischler-Lehrlingen der Landesberufsschule Fürstenfeld realisiert werden. Für die Grünfläche des Kulturcafés im Orpheum wurden kunstvolle Sitzmöbel produziert und der Öffentlichkeit übergeben.
Derzeit läuft ein partizipatives Kunstprojekt mit dem Titel „Young Active Music“ mit Jugendlichen des YAP (Young Acitive People), einem Kulturzentrum der Stadt Graz, das direkt neben dem Grazer Orpheum liegt. Young Active People befindet sich mitten im sozialen Brennpunkt von Graz. Gries und Lend gehören zu jenen Stadtteilen, die eine hohe Migrationsdichte aufweisen. Jugendliche mit Migrationshintergrund, in erster Linie aus den Bezirken Gries und Lend verbringen hier mehrere Stunden am Tag. Integration ist bekanntlich in einem bloßen Nebeneinander nicht möglich. Im Gegenteil: Integration funktioniert nur mit viel Engagement und Kraft. Daraus kann kulturelle Kommunikation entstehen. „Young Active Music“ soll das gesellschaftliche Potenzial einer Kooperation zwischen Kunst- und Sozialeinrichtungen aufzeigen.
Seit Februar treffen sich im Orpheum junge Menschen zum frei improvisierten musikalischen Act der besonderen Art. Die einen haben schon viel Erfahrung damit: Mitglieder der Jazzwerkstatt Graz und ein Schauspieler aus der Improvisationstheater-Szene stehen einmal im Monat bei den kultigen „Musicacts“ auf der Bühne des Orpheums. – Wie humpelt man musikalisch? Lassen sich Triolen körperlich teilen? Und wie regiert ein Bass, wenn die Gitarre mit der Stimme einer schönen Actrice flirtet? Mit Impulsen aus dem Publikum und zu befolgenden Spielregeln werden Geschichten im Moment erschaffen, spontan kreierter Jazz und Improvisationstheater in einer fulminanten Bühnenshow ausgelebt. Neu an dieser Konstellation: Bei den Acts der „Young Active Music“ wirken Jugendliche vom Jugendzentrum YAP als Schauspieler, Sänger und Performer mit. Schüler, Lehrlinge und Studenten, oft mit Migrationshintergrund und interkulturell vernetzt, bringen ihre Themen auf die Bühne, spontan, intuitiv und mit ihren kreativen Möglichkeiten.
Das Projekt lässt für die Grazer Spielstätten einige Schlüsse zu. Mehr Qualität in der Vermittlung von Kunst ist ein essentieller Parameter unserer Programmtätigkeit geworden. Projekte mit hoher Qualität ermöglichen Transfereffekte, die Sprachkompetenz und eigene Kreativität fördern, die wechselseitiges Interesse am Gegenüber forcieren. Die Conclusio: Künstler und Vermittler sind wesentliche Motoren für Veränderung.
Um den Kreis zu schließen: Wir müssen uns der gelebten Wirklichkeit stellen. Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und sozialer Schichten leben nicht neben-, sondern für- und miteinander. Darin liegt die Chance für eine sich verändernde Gesellschaft.
Präsentation des Projekts:
Donnerstag, 07.04.2011, 17:00 Uhr, Graz, Orpheum Extra im Rahmen der 5. Jazzwerkstatt Graz
Im Anschluss: Podiumsdiskussion
Kommentare, Fragen, Feedback an den Autor: christoph.thoma@spielstaetten.at
Vorankündigung: Der April-Blog von Christoph Thoma
Kunst und Sponsoring: Kooperation von Wirtschafts- und Kulturbetrieb? Geben und Nehmen? Eine Auseinandersetzung zu essentiellen Fragen von Wirtschaft und Kunst am Beispiel der Grazer Spielstätten und ihres Hauptsponsors, der Volksbank Graz-Bruck.
Potentiale erkennen: Die Zusammenarbeit von Jugendzentrum und Kultureinrichtung
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Multikulti für gescheitert erklärt. Im Gegenzug hat der deutsche Bundespräsident Christian Wulff erklärt, dass „der Islam Teil der deutschen Gesellschaft geworden ist“. Eine Realität, der wir uns zu stellen haben, auch wenn die Politik das möglicherweise missinterpretiert.
Die Grazer Spielstätten versuchen gezielt neue Wege zu beschreiten, sei es im Hinterfragen des eigenen Tuns oder im Implementieren von neuen Formaten, etwa in Form partizipativer Kunstprojekte. Im vergangenen Jahr konnte ein kreatives Kunstprojekt mit Tischler-Lehrlingen der Landesberufsschule Fürstenfeld realisiert werden. Für die Grünfläche des Kulturcafés im Orpheum wurden kunstvolle Sitzmöbel produziert und der Öffentlichkeit übergeben.
Derzeit läuft ein partizipatives Kunstprojekt mit dem Titel „Young Active Music“ mit Jugendlichen des YAP (Young Acitive People), einem Kulturzentrum der Stadt Graz, das direkt neben dem Grazer Orpheum liegt. Young Active People befindet sich mitten im sozialen Brennpunkt von Graz. Gries und Lend gehören zu jenen Stadtteilen, die eine hohe Migrationsdichte aufweisen. Jugendliche mit Migrationshintergrund, in erster Linie aus den Bezirken Gries und Lend verbringen hier mehrere Stunden am Tag. Integration ist bekanntlich in einem bloßen Nebeneinander nicht möglich. Im Gegenteil: Integration funktioniert nur mit viel Engagement und Kraft. Daraus kann kulturelle Kommunikation entstehen. „Young Active Music“ soll das gesellschaftliche Potenzial einer Kooperation zwischen Kunst- und Sozialeinrichtungen aufzeigen.
Seit Februar treffen sich im Orpheum junge Menschen zum frei improvisierten musikalischen Act der besonderen Art. Die einen haben schon viel Erfahrung damit: Mitglieder der Jazzwerkstatt Graz und ein Schauspieler aus der Improvisationstheater-Szene stehen einmal im Monat bei den kultigen „Musicacts“ auf der Bühne des Orpheums. – Wie humpelt man musikalisch? Lassen sich Triolen körperlich teilen? Und wie regiert ein Bass, wenn die Gitarre mit der Stimme einer schönen Actrice flirtet? Mit Impulsen aus dem Publikum und zu befolgenden Spielregeln werden Geschichten im Moment erschaffen, spontan kreierter Jazz und Improvisationstheater in einer fulminanten Bühnenshow ausgelebt. Neu an dieser Konstellation: Bei den Acts der „Young Active Music“ wirken Jugendliche vom Jugendzentrum YAP als Schauspieler, Sänger und Performer mit. Schüler, Lehrlinge und Studenten, oft mit Migrationshintergrund und interkulturell vernetzt, bringen ihre Themen auf die Bühne, spontan, intuitiv und mit ihren kreativen Möglichkeiten.
Das Projekt lässt für die Grazer Spielstätten einige Schlüsse zu. Mehr Qualität in der Vermittlung von Kunst ist ein essentieller Parameter unserer Programmtätigkeit geworden. Projekte mit hoher Qualität ermöglichen Transfereffekte, die Sprachkompetenz und eigene Kreativität fördern, die wechselseitiges Interesse am Gegenüber forcieren. Die Conclusio: Künstler und Vermittler sind wesentliche Motoren für Veränderung.
Um den Kreis zu schließen: Wir müssen uns der gelebten Wirklichkeit stellen. Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und sozialer Schichten leben nicht neben-, sondern für- und miteinander. Darin liegt die Chance für eine sich verändernde Gesellschaft.
Präsentation des Projekts:
Donnerstag, 07.04.2011, 17:00 Uhr, Graz, Orpheum Extra im Rahmen der 5. Jazzwerkstatt Graz
Im Anschluss: Podiumsdiskussion
Kommentare, Fragen, Feedback an den Autor: christoph.thoma@spielstaetten.at
Vorankündigung: Der April-Blog von Christoph Thoma
Kunst und Sponsoring: Kooperation von Wirtschafts- und Kulturbetrieb? Geben und Nehmen? Eine Auseinandersetzung zu essentiellen Fragen von Wirtschaft und Kunst am Beispiel der Grazer Spielstätten und ihres Hauptsponsors, der Volksbank Graz-Bruck.

